Microsoft stellt Kunden auf die neue Kundenvereinbarung um. Doch was bedeutet das für Lizenzen, Kosten und Vertragslaufzeiten und warum wird eine aktuelle Inventarisierung jetzt wichtiger?
Microsoft stellt bei vielen Kunden die Abrechnung auf die Microsoft-Kundenvereinbarung (MCA) um. Für Unternehmen ist das mehr als eine Änderung im Microsoft 365 Admin Center.
Die Microsoft Kundenvereinbarung/Microsoft Customer Agreement, kurz MCA, ist Microsofts digitaler Kundenvertrag für den Bezug von Microsoft-Produkten und Cloud-Diensten.
Microsoft beschreibt die MCA als einen vereinfachten, digitalen Vertrag, der nicht regelmäßig neu abgeschlossen werden muss. Produkte und Services werden dem entsprechenden Abrechnungskonto beziehungsweise Abrechnungsprofil zugeordnet.
Für Unternehmen bedeutet das zunächst einmal:
Das klingt zunächst nach einer technischen Verwaltungsfrage. In der Praxis ist es aber vor allem eine Frage des Lizenzmanagements.
Ein typisches Beispiel: Ein Unternehmen hat 250 Microsoft-365-Lizenzen gekauft, davon werden aktuell aber nur 218 benötigt. Die Differenz von 32 Lizenzen fällt im täglichen Betrieb möglicherweise überhaupt nicht auf.
Besonders problematisch wird das bei langfristigen Laufzeiten. Wenn Lizenzen nicht mehr kurzfristig reduziert werden können, bleibt die nicht benötigte Menge unter Umständen bis zum nächsten Verlängerungstermin bestehen.
Damit wird aus einer kleinen Abweichung im Lizenzbestand schnell ein relevanter Kostenfaktor. Deshalb sollte die Umstellung auf die MCA nicht isoliert betrachtet werden, sondern auch als Anlass zur Kontrolle des Microsoft Lizenzbestands führen.
Ein wichtiger Unterschied betrifft die Möglichkeit, Lizenzen während einer Laufzeit zu reduzieren oder ein Abonnement zu beenden. Unter den bisherigen MOSA-Bedingungen (Microsoft Online Subscription Agreement) konnten bestimmte Abonnements flexibler angepasst werden.
Unter der MCA gelten abhängig vom jeweiligen Produkt und Abonnement andere Regeln. Insbesondere bei Jahreslaufzeiten sollte deshalb geprüft werden:
Wie viele Lizenzen werden tatsächlich benötigt und wie stabil ist dieser Bedarf?
Denn eine Lizenz, die heute benötigt wird, muss nicht automatisch zwölf Monate lang benötigt werden. Bekannte Szenerien sind:
Damit wird aus der reinen Lizenzzuweisung ein echtes Lizenz- und Vertragsmanagement.
Kombiniert Lizenzen, Verträge, Erinnerungen und vieles mehr in einem System.
Microsoft 365 ist heute nicht mehr nur ein einzelnes Softwareprodukt. In vielen Unternehmen existiert eine Kombination aus:
Diese Informationen liegen häufig in unterschiedlichen Systemen. Genau hier entsteht ein Problem:
Wer die Zusammenhänge von vertraglichen Daten, Lizenzbeständen und anderen Zusammenhängen kennt und bewerten kann, hat in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten einen Wettbewerbsvorteil.
Die Umstellung sollte deshalb nicht einfach als notwendige Microsoft-Vertragsänderung behandelt werden.
Sie bietet die Möglichkeit, den gesamten Lizenzbestand einmal systematisch zu überprüfen.
Im Microsoft 365 Admin Center sollte zunächst geprüft werden, welcher Vertragstyp für das jeweilige Abrechnungskonto hinterlegt ist.
Dabei sollte zwischen den verschiedenen Vereinbarungen und Regelungen unterschieden werden:
Denn die jeweiligen Vertrags- und Abrechnungsbedingungen sind nicht identisch.
Bei mehreren Abonnements können unterschiedliche Verlängerungstermine existieren wodurch Vertragslaufzeiten je Abonnement sehr wichtig sein können:
Besonders interessant sind Lizenzen, die zwar gekauft oder zugewiesen, aber kaum oder gar nicht genutzt werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verbindung von Lizenz und Vertrag, damit relevante Daten, wie zum Beispiel die Laufzeiten, der Vertragspartner und Details dauerhaft verfügbar sind.
Die Umstellung auf die Microsoft-Kundenvereinbarung ist zunächst ein Microsoft-Thema.
Für die IT wird daraus aber schnell ein anderes Thema:
Wie gut kennt das Unternehmen den eigenen Lizenzbestand?
Die Microsoft-Kundenvereinbarung macht damit ein grundsätzliches Problem sichtbar: Ohne aktuelle und verknüpfte IT-Daten wird Lizenzmanagement schnell zum Kostenrisiko.
CTO
Herr van der Steeg ist bei der EntekSystems als Chief Technology Officer für alle Belange der Produktentwicklung und technischen Konzeption verantwortlich.
Kombiniert Hardware, Lizenzen, Verträge, Bestellungen und vieles mehr in einem System.
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