Volumenlizenzen ermöglichen Unternehmen, Software effizient, kostensparend und zentral verwaltet einzusetzen. Dies kann ein Schlüssel für moderne, skalierbare IT-Strukturen sein, braucht aber gutes Lizenz-Management.
Eine Volumenlizenz ist ein spezielles Lizenz-Modell für Software, das sich an Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Behörden und andere Organisationen richtet, die mehrere Softwarelizenzen zentral erwerben und verwalten möchten.
Im Gegensatz zum Einzelkauf (Retail) ermöglicht die Volumenlizenz den gebündelten Erwerb von Nutzungsrechten, meist zu günstigeren Konditionen und mit erweiterten Verwaltungs- und Serviceoptionen.
Bei einer Volumenlizenz erwirbt eine Organisation nicht einzelne, separat verpackte Softwarekopien, sondern ein vertraglich geregeltes Nutzungsrecht für eine bestimmte Anzahl von Installationen oder Benutzern.
Beispiel:
Ein Unternehmen benötigt 150 Installationen von Microsoft 365. Statt 150 Einzelkäufe abzuwickeln, wird ein Volumenlizenzvertrag abgeschlossen, der die Nutzung für diese Anzahl an Arbeitsplätzen regelt.
Wichtig:
Man erwirbt in der Regel kein physisches Produkt, sondern ein Nutzungsrecht gemäß Lizenzvertrag.
Runtergebrochen gibt es einige Kernmerkmale für eine Volumenlizenz. Folgende Merkmale sind dabei besonders wichtig:
Typischerweise richten sich Volumenlizenzen an:
Jede Zielgruppe benötigt für den Einsatz ein gutes Software-Asset- und Lizenz-Management, damit die nötigen Risiken vorab bekannt und minimiert werden können. Falls nur auf die Vorteile geschaut wird, kann dies später wegen Verstößen gegen das Lizenzrecht ziemlich teuer werden.
Kombiniert Lizenzen, Verträge, Erinnerungen und vieles mehr in einem System.
Ein bekannter Anbieter im Bereich Volumenlizenzierung ist Microsoft. Dessen Programme unterscheiden sich je nach Unternehmensgröße und Bedarf:
Typische Produkte im Volumenlizenzbereich sind etwa Windows 11 oder Microsoft Office.
Bei Volumenlizenzen kommen häufig spezielle Aktivierungsmethoden zum Einsatz:
Eine Volumenlizenz bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile auf wirtschaftlicher, administrativer und strategischer Ebene.
Wirtschaftlich profitieren Organisationen insbesondere von Mengenrabatten, durch die sich die Lizenzkosten im Vergleich zu Einzelkäufen deutlich reduzieren lassen. Gleichzeitig ermöglichen planbare IT-Kosten eine bessere Budgetierung und langfristige Finanzplanung.
Flexible Zahlungsmodelle, ob als klassischer Kauf oder im Rahmen eines Subscriptionsmodells, sorgen zusätzlich für finanzielle Anpassungsfähigkeit entsprechend der jeweiligen Unternehmensstrategie.
Auch administrativ schafft eine Volumenlizenz spürbare Entlastung. Die zentrale Lizenzverwaltung vereinfacht die Organisation und reduziert den Aufwand für die IT-Abteilung erheblich.
Einheitliche Vertragsbedingungen sorgen für Transparenz und klare Regelungen, während eine bessere Compliance-Übersicht das Risiko von Unter- oder Überlizenzierung minimiert und somit rechtliche Sicherheit schafft.
Darüber hinaus ergeben sich strategische Vorteile für die gesamte IT-Landschaft. Eine standardisierte Softwareumgebung erhöht die Effizienz, verbessert die Kompatibilität und erleichtert den Support.
Upgrade-Optionen ermöglichen es Unternehmen, ihre Systeme regelmäßig zu modernisieren und technologisch auf dem neuesten Stand zu bleiben. Optional kann ein Wartungsvertrag, wie beispielsweise Software Assurance, zusätzliche Leistungen wie Updates, Support oder Schulungsangebote beinhalten und damit langfristig zur Sicherung der Investition beitragen.
Der Dreiklang aus wirtschaftlichen, administrativen und strategischen Vorteilen haben Ihren Charme und bringen die IT-Verwaltung von Lizenzen voran. Dennoch braucht es auch hier weiterhin gutes Software- und Lizenz-Management um die Mengen und die Verwaltung effizient zu gestalten.
Eine Volumenlizenz ist immer an einen Lizenzvertrag gebunden. Darin geregelt sind unter anderem:
Unternehmen sollten regelmäßig eine Lizenzbilanz (Software Asset Management, SAM) durchführen, um Unter- oder Überlizenzierung zu vermeiden.
Trotz der zahlreichen Vorteile sind mit dem Thema Lizenzierung auch potenzielle Herausforderungen und Risiken verbunden.
Häufig erweisen sich komplexe Vertragsstrukturen als schwierig nachvollziehbar und erfordern ein hohes Maß an Detailkenntnis.
Insbesondere bei Unternehmenswachstum besteht zudem das Risiko einer Unterlizenzierung, wenn zusätzliche Nutzer, Geräte oder Systeme nicht rechtzeitig und korrekt berücksichtigt werden. Auch fehlerhafte oder unvollständige Dokumentationen können problematisch sein, da sie im Rahmen von Audits zu finanziellen oder rechtlichen Konsequenzen führen können.
Erschwerend kommt hinzu, dass unterschiedliche Lizenzmetriken wie User-, Device-, Core- oder CAL-Modelle angewendet werden, die jeweils eigene Berechnungsgrundlagen und Anforderungen mit sich bringen.
Vor diesem Hintergrund ist eine professionelle Lizenzberatung oder ein strukturiertes internes Lizenzmanagement ausdrücklich empfehlenswert.
Die klassische Volumenlizenz entwickelt sich zunehmend in eine offene Richtung. Hierbei kommt der Wechsel von On Premise zu Cloud-Technologien genauso zum Tragen, wie der Einsatz von neuen Nutzungsformen, die rein auf Browser-basierte Software setzen:
Die Grenze zwischen Volumenlizenz und Cloud-Abo wird zunehmend fließend.
Die Volumenlizenz ist ein effizientes Lizenzmodell für Organisationen, die Software in größerem Umfang einsetzen.
Sie bietet wirtschaftliche Vorteile, zentrale Verwaltung und strategische Planungssicherheit. Gleichzeitig erfordert sie jedoch sorgfältiges Lizenzmanagement und ein gutes Verständnis der Vertragsbedingungen.
Für Unternehmen, die wachsen oder ihre IT-Landschaft standardisieren möchten, ist die Volumenlizenz häufig die professionellste und wirtschaftlich sinnvollste Lösung.
CTO
Herr van der Steeg ist bei der EntekSystems als Chief Technology Officer für alle Belange der Produktentwicklung und technischen Konzeption verantwortlich.
Kombiniert Hardware, Lizenzen, Verträge, Bestellungen und vieles mehr in einem System.
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