IT-Kosten steigen kontinuierlich: Warum Unternehmen ihr Lizenz- und Asset-Management jetzt neu denken müssen. Wir sprachen darüber mit Sascha Zandinejad.
Die Kosten im IT-Bereich steigen seit Jahren kontinuierlich und ein Ende ist nicht in Sicht. Ein aktuelles Beispiel liefert Microsoft: Zum 1. Juli 2026 sollen die Listenpreise, je nach Produktlinie, erneut um 9 bis 25 Prozent steigen. Weitere Informationen hierzu finden sich in unserem Beitrag zu den Preissteigerungen bei Microsoft in 2026.
Für Unternehmen weltweit bedeutet das vor allem eines: Die IT wird teurer und zwar strukturell.
Gerade deshalb gewinnt ein professionelles Lizenz- und Kostenmanagement zunehmend an Bedeutung. Wer seine Softwarelandschaft, Verträge und Assets im Griff hat, kann Kosten nicht nur besser planen, sondern oft auch deutlich reduzieren.
Im Unternehmensalltag gilt häufig eine einfache Regel: Früh planen spart später Geld.
Viele Organisationen stellen erst dann fest, wie komplex ihre IT-Kostenstruktur ist, wenn Verträge auslaufen, Audits anstehen oder neue Lizenzmodelle eingeführt werden. Dabei entstehen unnötige Kosten häufig nicht durch fehlende Budgets, sondern durch mangelnde Transparenz über vorhandene Software, Geräte und Verträge.
Ein strukturiertes IT-Asset- und Lizenzmanagement schafft hier eine solide Grundlage. Es ermöglicht Unternehmen, ihre Infrastruktur besser zu verstehen, Budgets planbarer zu gestalten und gleichzeitig Compliance-Anforderungen zu erfüllen.
In einer aktuellen Podcastfolge unseres Formats Let’s talk about tech, baby! spricht unser Head of Sales Alexander Ritter wir mit Sascha Zandinejad, Geschäftsführer der ECS Europe GmbH, über genau diese Entwicklungen.
Aus seiner Perspektive zeigt sich im Unternehmensalltag immer wieder: IT ist längst nicht mehr nur eine technische Infrastruktur, sondern ein entscheidender wirtschaftlicher Faktor. Unternehmen müssen daher nicht nur ihre Systeme modernisieren, sondern auch ihre Finanzierungs- und Beschaffungsmodelle überdenken.
Dabei geht es unter anderem um Fragen wie:
Sein Ziel ist es, seine Kunden optimal auf die Zukunft vorzubereiten: sei es durch Schutz vor Cyber-Bedrohungen oder leistungsstarke Versicherungskonzepte.
Hallo Sascha, heute sprechen wir über IT-Finanzierung und strategische Flexibilität. Schön, dass Du Zeit gefunden hast.
Wenn wir von IT-Finanzierung sprechen: Was bedeutet das konkret für dich?
Hallo Alex, vielen Dank dass ich da sein darf! Für mich beginnt IT-Finanzierung bei der Frage: Woher kommen die Mittel, um IT zu bezahlen? Klassisch kauft man Hardware im Voraus - also prepaid.
IT-Finanzierung ermöglicht dagegen ein Postpaid-Modell: Ich zahle in Raten, entsprechend der Nutzung.
Das Unternehmen muss nicht mit Eigenkapital in Vorleistung gehen. Statt Hardware auf Lager zu legen, zahlt man nur das, was tatsächlich genutzt wird. Das erhöht Skalierbarkeit und Flexibilität.
Du warst viele Jahre im Telekommunikationssektor tätig. Wie sah dein Weg bis zur Gründung deines eigenen Unternehmens aus?
Meine Reise begann klassisch in der Festnetztelekommunikation bei einem Unternehmen für Telefonanlagen. Danach ging es weiter in Richtung Mobilfunkkommunikation. Ich habe über zehn Jahre für einen Provider gearbeitet und war stark im Servicegeschäft aktiv, insbesondere im Bereich Life Cycle Management und Device Services.
Aus dieser Spezialisierung entstand später der Wechsel zu einem Unternehmen mit genau diesem Fokus. In diesem Jahr (Anmerkung: Wir zeichneten kurz vor Weihnachten 25 auf und spielten die Folge Anfang 2026) habe ich mein eigenes Unternehmen im gleichen Bereich gegründet.
Viele sprechen über Leasing, Finanzierung oder Abo-Modelle. Der Kern scheint Skalierbarkeit zu sein, oder?
Genau. Es geht weniger um das Gerät selbst, das bleibt identisch, sondern um die unternehmerische Perspektive.
Gerade in Wachstumsphasen entstehen zahlreiche Aufwendungen: Personal, Flächen, Fahrzeuge, Lizenzen. IT-Finanzierung wirkt hier als Beschleuniger, indem sie Liquidität schont und Wachstum erleichtert.
Wo liegen in der Praxis die größten Herausforderungen?
Der erste Schritt ist oft der schwierigste: Transparenz schaffen. Viele Unternehmen wissen nicht exakt, was sie besitzen und was sie tatsächlich benötigen.
Typische Probleme sind asynchrone Rollouts: Geräte wurden zu unterschiedlichen Zeitpunkten beschafft, sodass kein einheitlicher Lifecycle besteht. Das erschwert Planung und Austausch.
Ein weiterer Punkt ist die Nutzungsdauer. Zu lange Laufzeiten wirken sich negativ auf Restwerte aus und reduzieren die wirtschaftlichen Vorteile.
IT-Finanzierung erfordert also eine klare Investitionsstrategie?
Absolut. Start- und Endzeitpunkte müssen definiert sein. Das schafft Transparenz und Standardisierung. Beim klassischen Kauf ist jede Beschaffung ein neues Projekt: mit neuer Anfrage, neuem Pricing, neuer Genehmigung.
Finanzierung bringt Struktur und Wiederholbarkeit.
Hinzu kommen externe Faktoren wie Halbleitermangel, steigende Hardwarepreise und Lieferengpässe. Verfügbarkeit wird künftig ein entscheidender Faktor.
Gerade für Start-ups oder kleinere Unternehmen ist die Anfangsinvestition oft eine Hürde.
Kein Unternehmen startet heute ohne IT. Schon E-Mail, Website, Computer und Smartphone binden Kapital. Monatliche Zahlungsmodelle entlasten in der Gründungsphase und ermöglichen es, das Geschäftsmodell aufzubauen, Umsätze zu generieren und Gewinne zu erzielen.
Natürlich bleibt die Kreditwürdigkeit bei jungen Unternehmen ein limitierender Faktor, unendliche Investitionen sind nicht möglich.
Liegt das Thema IT-Finanzierung eher bei IT-Verantwortlichen oder auf Geschäftsführungsebene?
In der Praxis meist bei der Geschäftsführung oder dem CFO. Es ist stark eine Mindset-Frage. Manche sehen Finanzierung als reine Verbindlichkeit, andere als strategisches Instrument.
Wichtig ist: Es geht nicht um Besitz, sondern um Nutzung über einen definierten Zeitraum. Hardware entwickelt sich weiter: insbesondere durch Themen wie KI. Wer Geräte „bis sie kaputt sind“ nutzt, muss perspektivisch umdenken. Nachhaltigkeit spielt dabei ebenfalls eine Rolle.
Kommen wir zur Europa-Perspektive: Ist das ein speziell deutsches Thema?
Nein. Im europäischen Wirtschaftsraum entwickelt sich der Markt insgesamt weiter. Es gibt mehr Anbieter und steigende Akzeptanz.
Kulturelle Unterschiede im Mindset existieren, aber grundsätzlich nimmt die Verbreitung zu.
Welche Rolle spielt IT-Finanzierung in Bezug auf Nachhaltigkeit?
Finanzierung ist an einen definierten Nutzungszeitraum gebunden. Nach Ablauf erfolgt die Rückführung. Geräte werden zertifiziert gelöscht, geprüft und idealerweise einem Zweitmarkt zugeführt.
Bei Smartphones und Tablets beschränkt sich das auf Löschung und Diagnose. Notebooks bieten zusätzlich Upgrade-Möglichkeiten: etwa durch Austausch von Festplatten oder Arbeitsspeicher.
Das verlängert den Lebenszyklus und reduziert den Bedarf an neu produzierter Hardware.
Bezüglich End-of-Term-Options: Kann man Geräte am Ende der Laufzeit abkaufen?
Ja, grundsätzlich ist das möglich, basierend auf einem Fair Market Value zum jeweiligen Zeitpunkt. In der Praxis wurde diese Option bisher jedoch nicht genutzt.
Wichtig ist in jedem Fall die zertifizierte Datenlöschung. Werkseinstellungen reichen nicht aus, da Daten technisch wiederherstellbar sein können.
Compliance und Datenschutz sind zwingend zu berücksichtigen.
Gibt es ein konkretes Beispiel aus deiner Praxis?
Ein expandierendes Handelsunternehmen benötigte kurzfristig über 100 Geräte an verschiedenen Standorten. Wir konnten Hardware schnell beschaffen, konfigurieren und dezentral ausrollen.
Der Vorteil: Minimaler Aufwand in der Zentrale. Keine Einzelbestellungen, keine separate Rechnungsprüfung, keine eigene Konfiguration.
Im Vergleich zur Eigenbeschaffung lassen sich so etwa 15 bis 20 Prozent Einsparungen erzielen.
Wie ordnet sich IT-Finanzierung zwischen Capex und Opex ein?
IT-Finanzierung ist klar Opex. Es entstehen laufende, bilanzneutrale Aufwendungen statt langfristiger Kapitalbindung.
Das schont den Cashflow und erhält Liquidität für andere Investitionen.
Gerade für mittelständische Unternehmen ist das ein wichtiger strategischer Hebel.
Zum Abschluss: Welche drei Punkte sollten Unternehmen mitnehmen?
Das schafft Transparenz, Flexibilität und unterstützt Nachhaltigkeit.
Einer der zentralen Hebel ist Transparenz.
Wer genau weiß, welche Software genutzt wird, welche Verträge bestehen und welche Geräte im Einsatz sind, kann fundierte Entscheidungen treffen, etwa bei Lizenzmodellen, Vertragsverlängerungen oder Infrastrukturprojekten.
In vielen Unternehmen fehlen jedoch genau diese Informationen oder sie sind über verschiedene Systeme verteilt. Die Folge sind redundante Lizenzen, ungenutzte Software oder unnötige Mehrkosten. Ein entsprechendes Assetmanagement-Tool kann da wahre Wunder wirken.
Neben der reinen Kostenperspektive spielt auch die strategische Weiterentwicklung der IT eine wichtige Rolle. Moderne Asset- und Endpoint-Management-Ansätze ermöglichen es Unternehmen, ihre Infrastruktur effizienter zu betreiben und gleichzeitig Anforderungen an Sicherheit, Compliance und Nachhaltigkeit zu erfüllen.
Gerade in Zeiten steigender Preise und zunehmender Komplexität wird deutlich: IT-Management ist längst ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.
Das komplette Gespräch mit Sascha Zandinejad über IT-Finanzierung finden Sie hier: Let’s talk about tech, baby!
Head of Sales & Marketing
Herr Ritter verantwortet bei der EntekSystems die Bereiche Sales & Marketing, vom Management der Teams, bis hin zu Marketingkampagnen, Markenstrategien und Wachstumsplänen.
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