Ein IT-Ausfall kommt meist unerwartet. Notfallmanagement sorgt dafür, dass Unternehmen auch bei Cyberangriffen, Systemausfällen oder Datenverlust handlungsfähig bleiben. Heutiger Gast: Sven Bittlingmayer von der KnowledgeRiver GmbH
Die KnowledgeRiver GmbH mit Sitz in Mainz verbindet IT-Operations, Services und Prozesse, um Unternehmen eine sichere, resiliente und zukunftsfähige Basis zu schaffen.
Mit langjähriger Erfahrung, modernster Technologie und innovativen Lösungen werden Organisationen aus dem Mittelstand dabei begleitet, Compliance-Anforderungen wie NIS2 und DORA zu meistern, Sicherheitsstandards einzuhalten und Risiken zu minimieren.
Im Zentrum des Ansatzes steht dabei die Knowledge & Collaboration Plattform DC360Ocean: eine intelligente, skalierbare Lösung, die Daten zentral bündelt, zeitaufwändige Aufgaben automatisiert und eine transparente Basis für Audits und IT-Risiken schafft.
Vorfallmanagement kümmert sich um den Sicherheitsvorfall selbst: erkennen, eindämmen, beheben, melden. Notfallmanagement setzt eine Ebene höher an. Es sorgt dafür, dass die zeitkritischen Geschäftsprozesse weiterlaufen oder schnell wieder anlaufen - gleichgültig, ob die Ursache ein Cyberangriff, ein Stromausfall, ein Wasserschaden oder der Ausfall eines Dienstleisters ist.
Das BSI spricht heute von Business Continuity Management (BCM): Der BSI-Standard 200-4 hat den früheren Standard 100-4 abgelöst und den Begriff Notfallmanagement durch BCM ersetzt. Er ist als praxisnahe Anleitung angelegt und erleichtert gerade Unternehmen ohne BCM-Erfahrung den Einstieg.
Ein Notfall ist selten nur ein IT-Thema. Fällt ein Standort aus, stellen sich sofort praktische Fragen: Welche Geräte stehen dort, wer arbeitet damit, welche Leasing- oder Wartungsverträge bestehen, wer ist Ansprechpartner beim Dienstleister?
Inventory360 verwaltet neben Hardware, Software und Lizenzen auch Verträge, Bestellungen, Fahrzeuge und bietet über das Service Portal sogar einen eingeschränkten Zugriff für alle Mitarbeiter des Unternehmens. Diese Breite ist im Notfall ein Vorteil, weil die Antworten an einer einzigen Stelle liegen.
Am Anfang steht die Frage, welche Geschäftsprozesse wie lange ausfallen dürfen. Das klärt die Business-Impact-Analyse (BIA).
Das BSI stellt dafür unter anderem Dokumentvorlagen und einen BIA-Auswertungsbogen bereit. Wer noch kein BCM betreibt, kann mit dem Reaktiv-BCMS beginnen, der Einstiegsstufe des Standards; erst das vollständige Standard-BCMS ist konform zu ISO 22301.
Entscheidend ist der zweite Schritt: Jeder kritische Prozess stützt sich auf Anwendungen, Server, Netze und Dienstleister. DC360Ocean macht diese Abhängigkeiten sichtbar. So bleibt die BIA kein einmaliges Papier, sondern wird zu einem Modell, das mit der IT mitwächst.
Die BIA beantwortet, was kritisch ist. Das Inventar beantwortet, woraus es besteht. Die Suche in Inventory360 erkennt Verknüpfungen zwischen Assets automatisch und stellt sie in Echtzeit dar.
Damit lässt sich zu jedem kritischen Prozess schnell ermitteln, welche Hardware, Software, Lizenzen und Verträge dahinterstehen und wo Ersatz oder Wiederbeschaffung vorbereitet sein sollte.
Für regulierte Einrichtungen ist Notfallmanagement keine Kür mehr. § 30 BSIG verlangt ausdrücklich Maßnahmen zur Aufrechterhaltung des Betriebs, wie etwa Backup-Management und Wiederherstellung nach einem Notfall, sowie Krisenmanagement. Die Geschäftsleitung ist verpflichtet, diese Maßnahmen umzusetzen und ihre Umsetzung zu überwachen.
Damit wird Nachweisbarkeit zur Kernfrage:
Was ist geplant, was wurde geprüft, was wurde angeordnet, was wurde verbessert?
DC360Ocean erstellt dafür revisionssichere Berichte, die Audit- und Prüfanforderungen erfüllen.
Ein Notfallplan lebt von Details, die sich ständig ändern: neue Geräte, ausgetauschte Server, gekündigte Verträge.
Inventory360 verwaltet Wartungs-, Vertrags- und Leasingvereinbarungen mit Erinnerungsfunktionen. So fällt rechtzeitig auf, wenn der Wartungsvertrag für ein kritisches System ausläuft, bevor sich das im Notfall als Lücke zeigt.
Das gilt auch für Unternehmen außerhalb von NIS-2:
Ein Plan, der auf veralteten Daten beruht, trägt nicht.
Kombiniert Hardware, Lizenzen, Verträge, Bestellungen und vieles mehr in einem System.
Notfallpläne scheitern selten am Konzept, sondern an zwei Dingen: Sie sind veraltet, oder sie wurden nie geprüft. Gegen ersteres hilft Automatisierung. DC360Ocean gleicht Konfigurationsdaten automatisch mit dem Data-Lake ab und stellt Änderungen und Abhängigkeiten jederzeit dar. Dokumente werden automatisch generiert und aktuell gehalten.
Gegen den zweiten Punkt helfen regelmäßige Prüfungen: Automatisierte Prüfungen und simulationsbasierte Risikoanalysen machen potenzielle Störungen frühzeitig sichtbar. Die Ergebnisse fließen in die Dokumentation zurück.
Damit ist immer alles perfekt organisiert und auf dem neuesten Stand.
Ein oft übersehener Punkt: Die Informationen müssen im Notfall selbst verfügbar sein!
Wer Inventory360 als Service nutzt, hat sein Inventarverzeichnis in einem deutschen Rechenzentrum, in dem wir uns vollständig um Ausfallsicherheit und Datensicherung kümmern. Fallen die eigenen Kunden-Server aus, bleibt die Übersicht über die Assets erreichbar.
Über die REST-API lassen sich die Daten zudem ohne nennenswerten Aufwand an Drittsysteme anbinden; eine Verbindung mit DC360Ocean ist damit bei Bedarf schnell umsetzbar.
Das Gespräch macht deutlich: Notfallmanagement ist mehr als ein Handbuch im Schrank.
Es geht darum, zeitkritische Geschäftsprozesse zu kennen, ihre Abhängigkeiten zu verstehen und den Wiederanlauf vorzubereiten und schnell umsetzbar zu machen. Das gilt bei Cyberangriffen ebenso wie bei Stromausfall, einem Wasserschaden oder den Ausfall eines Dienstleisters.
Einerseits bietet der BSI-Standard 200-4 mit seinem Stufenmodell auch kleineren Unternehmen einen machbaren Einstieg.
Andererseits erhöht NIS-2 für regulierte Einrichtungen die Anforderungen deutlich und nimmt die Geschäftsleitung ausdrücklich in die Pflicht.
Einig sind sich beide Seiten darin, dass ein Notfallplan nur so gut ist wie die Daten, auf denen er beruht und dass diese Daten sich laufend und automatisiert aktualisieren müssen.
Geschäftsführer / CFO
Co-Founder und Geschäftsführer der EntekSystems GmbH. Herr Kister verantwortet bei uns die Bereiche kaufm. Vertrieb und Finanzen.
Kombiniert Hardware, Lizenzen, Verträge, Bestellungen und vieles mehr in einem System.
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