EntekTalk - Vorfallmanagement: Wenn jede Stunde zählt
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EntekTalk - Vorfallmanagement: Wenn jede Stunde zählt

Ein IT-Vorfall kann jeden Betrieb treffen. Vorfallmanagement hilft, Störungen, Sicherheitsprobleme und Ausfälle schnell zu erkennen, zu bewerten und gezielt zu beheben. - Heutiger Gast: Sven Bittlingmayer von der KnowledgeRiver GmbH

Frank Kister
Frank Kister Veröffentlicht am 05.11.2026

Wer ist KnowledgeRiver?

Die KnowledgeRiver GmbH mit Sitz in Mainz verbindet IT-Operations, Services und Prozesse, um Unternehmen eine sichere, resiliente und zukunftsfähige Basis zu schaffen.

Mit langjähriger Erfahrung, modernster Technologie und innovativen Lösungen werden Organisationen aus dem Mittelstand dabei begleitet, Compliance-Anforderungen wie NIS2 und DORA zu meistern, Sicherheitsstandards einzuhalten und Risiken zu minimieren.

Im Zentrum des Ansatzes steht dabei die Knowledge & Collaboration Plattform DC360Ocean: eine intelligente, skalierbare Lösung, die Daten zentral bündelt, zeitaufwändige Aufgaben automatisiert und eine transparente Basis für Audits und IT-Risiken schafft.

✅ Was genau ist Vorfallmanagement und betrifft es nur Unternehmen, die unter NIS-2 fallen?

Sven Bittlingmayer - KnowledgeRiver

Vorfallmanagement ist der geregelte Umgang mit Sicherheitsvorfällen: erkennen, bewerten, eindämmen, die Ursache beseitigen, den Betrieb wiederherstellen und daraus lernen.

Entscheidend ist, dass dies nach einem vorher festgelegten Ablauf geschieht und nicht improvisiert wird. Wer handelt, wer entscheidet, wer informiert Kunden, Partner und Behörden - das muss geklärt sein, bevor etwas passiert.

Ein reines NIS-2-Thema ist das nicht. Ransomware bleibt nach dem aktuellen BSI-Lagebericht die größte Bedrohung, und gerade kleineren und mittleren Unternehmen fehlen oft die Ressourcen für wirksamen Schutz. Ein Angreifer fragt nicht, ob ein Unternehmen reguliert ist.

NIS-2 macht aus guter Praxis eine gesetzliche Pflicht.

Alexander van der Steeg - EntekSystems

Aus unserer Sicht beginnt Vorfallmanagement lange vor dem Vorfall. In der ersten Stunde stellt sich immer dieselbe Frage: Was genau ist betroffen? Welcher Server, welche Softwareversion, welcher Mitarbeiter, welcher Standort? Wer das erst im Ernstfall zusammensuchen muss, verliert Zeit, die er nicht hat.

Hinzu kommt: Die Zahl der täglich neu entdeckten Schwachstellen ist zwischen Juli 2024 und Juni 2025 um 24 Prozent gestiegen.

Ohne aktuelle Übersicht über Hard- und Software lässt sich weder beurteilen, ob man von einer neuen Lücke betroffen ist, noch gezielt reagieren.

✅ Warum ist ein aktuelles Inventar die Grundlage jeder Reaktion auf einen Vorfall?

Alexander van der Steeg - EntekSystems

Man kann nur schützen und wiederherstellen, was man kennt. Inventory360 verwaltet Hardware, Software, Lizenzen und Verträge in einem zentralen System und inventarisiert Geräte im Netzwerk automatisch und ohne Agenten – vom Computer über Switches und Firewalls bis zum Drucker. Die Lifecycle History macht Änderungen an der Hardware nachvollziehbar.

Im Vorfall heißt das: Ist ein bestimmtes Produkt in einer bestimmten Version betroffen, lässt sich schnell feststellen, auf welchen Geräten es läuft, wem diese zugeordnet sind und welche Wartungs- oder Supportverträge bestehen.

Genau diese Informationen braucht man für Eindämmung und Priorisierung.

Sven Bittlingmayer - KnowledgeRiver

Das Inventar beantwortet die Frage „Was haben wir?“.

Im Vorfall braucht man zusätzlich die Antwort auf „Was hängt wovon ab?“. Dort setzt DC360Ocean an: Unsere Plattform bildet eine zentrale Datenbasis, gleicht Konfigurationsdaten automatisch ab, stellt Änderungen und Abhängigkeiten der IT-Assets jederzeit visuell dar und deckt dabei auch Schatten-IT auf. So wird erkennbar, welche Geschäftsprozesse betroffen sind, wenn ein bestimmter Server ausfällt.

Statische Dokumentation veraltet schnell. DC360Ocean generiert Dokumente deshalb automatisch und integriert aktuelle Vorschriften in vorausgefüllte Vorlagen. Im Ernstfall entspricht die Dokumentation dem tatsächlichen Stand und nicht dem Stand der letzten Überarbeitung.

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✅ NIS-2 verlangt eine Meldung innerhalb von 24 Stunden! Was bedeutet das in der Praxis?

Sven Bittlingmayer - KnowledgeRiver

NIS-2 verschärft vor allem das Tempo.

Besonders wichtige und wichtige Einrichtungen müssen einen erheblichen Sicherheitsvorfall spätestens 24 Stunden nach Kenntniserlangung mit einer frühen Erstmeldung anzeigen; spätestens nach 72 Stunden folgt eine Meldung mit erster Bewertung. Der Abschlussbericht ist spätestens einen Monat nach dieser zweiten Meldung fällig. Gemeldet wird über das BSI-Portal.

Die Frist läuft ab Kenntnis des Vorfalls, nicht ab dem Angriff. In diesen 24 Stunden bleibt keine Zeit, Informationen aus Tabellen, E-Mails und Köpfen zusammenzutragen. Weil DC360Ocean Konfigurationsdaten laufend abgleicht und revisionssichere Berichte erstellt, stammen die Angaben für Erst-, Folge- und Abschlussmeldung aus einem konsistenten, aktuellen Datenbestand.

Darüber hinaus ist DC360Ocean darauf ausgelegt, zum Zeitpunkt eines Sicherheitsvorfalls Konfigurations- und Log-Daten automatisiert zu sammeln und für die Meldung an die Aufsichtsbehörden aufzubereiten und bereitzustellen.

Alexander van der Steeg - EntekSystems

Eine Meldung ist nur so gut wie die Angaben zu den betroffenen Systemen und Diensten. Hier zahlt sich ein gepflegtes Inventar unmittelbar aus: Betroffene Geräte, Softwarestände und Zuständigkeiten müssen nicht erst ermittelt werden, sie lassen sich abrufen.

Bemerkenswert ist der Hinweis des BSI: Über die Meldung hinaus besteht keine zusätzliche Dokumentationspflicht.

Dokumentation und Auswertung sind aber in vielen Fällen sinnvoll, etwa für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess oder zur Vorbereitung eines Audits. Unternehmen, die nicht unter NIS-2 fallen, können Vorfälle beim BSI anonym melden. Wer sauber dokumentiert, ist in beiden Fällen besser aufgestellt.

✅ Wie greifen Inventory360 und DC360Ocean ineinander und wie fängt ein Unternehmen an?

Alexander van der Steeg - EntekSystems

Inventory360 liefert die fortlaufend aktualisierte Basis: welche Assets existieren, wo sie stehen, wem sie zugeordnet sind, welche Software darauf läuft und welche Verträge dazugehören.

Über eine umfangreiche REST-API lassen sich diese Daten ohne großen Aufwand an Drittsysteme anbinden. Damit sind auf unserer Seite die technischen Voraussetzungen gegeben, Inventory360 bei Bedarf mit DC360Ocean zu verbinden.

Für unsere Kunden heißt das: Die Daten, die sie ohnehin pflegen, lassen sich auch für das Vorfallmanagement problemlos nutzbar machen.

Sven Bittlingmayer - KnowledgeRiver

Genau darauf setzen wir auf. Wir binden bestehende Systeme und etablierte Dienstleister ein, statt neue Insellösungen zu schaffen.

Unsere Experten übersetzen regulatorische Vorgaben wie NIS2, DORA oder ISO 27001 in klare, umsetzbare Schritte. DC360Ocean automatisiert die zeitraubenden Aufgaben in Minuten, für die man sonst Tage bräuchte.

Übrigens: Ein Ablauf, der nie geprüft wurde, trägt im Ernstfall nicht. Automatisierte Prüfungen und simulationsbasierte Risikoanalysen helfen, potenzielle Störungen frühzeitig zu erkennen.

Wir verstehen uns dabei als verlängerter Arm der IT- und Compliance-Teams unserer Kunden.

📃 Fazit - Vorfallmanagement beginnt vor dem Vorfall

Unser Gespräch zeigt: Wie gut ein Unternehmen einen Sicherheitsvorfall bewältigt, entscheidet sich nicht in der Krise, sondern in der Vorbereitung.

Wer im Ernstfall schnell weiß, welche Systeme betroffen sind und welche Prozesse davon abhängen, kann gezielt eindämmen, sauber wiederherstellen und fristgerecht melden.

Einerseits braucht es dafür ein vollständiges, laufend aktuelles Inventar. Andererseits eine Dokumentation, die Abhängigkeiten sichtbar macht und sich automatisiert auf dem aktuellen Stand hält.

NIS-2 erhöht die Anforderungen deutlich, vor allem beim Tempo der Meldungen. Die Grundlagen sind jedoch für jedes Unternehmen sinnvoll, ob reguliert oder nicht.

Einig sind sich beide Seiten darin, dass Inventarisierung und automatisierte Dokumentation erst gemeinsam ihre volle Wirkung entfalten: Das eine zeigt, was vorhanden ist, das andere, was davon abhängt.

Frank Kister
Frank Kister Autor

Geschäftsführer / CFO

Co-Founder und Geschäftsführer der EntekSystems GmbH. Herr Kister verantwortet bei uns die Bereiche kaufm. Vertrieb und Finanzen.

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