Geopolitische Spannungen im Nahen Osten beeinflussen zunehmend Preise und Lieferketten. Warum Unternehmen ihre Hardwarebeschaffung jetzt strategisch planen sollten.
Weitere Konflikte im Nahen Osten würden den Hardware-Markt wahrscheinlich nicht unmittelbar so stark treffen wie ein Konflikt um Taiwan. Sie könnten jedoch über mehrere indirekte Mechanismen zu höheren Preisen, längeren Lieferzeiten und einer größeren Unsicherheit führen.
Die größten Auswirkungen wären zunächst im Energiesektor zu erwarten.
Der Nahe Osten ist für einen erheblichen Teil der weltweiten Öl- und LNG-Versorgung verantwortlich. Sollten beispielsweise die Straße von Hormus blockiert oder wichtige Förderanlagen angegriffen werden, würden Energiepreise deutlich steigen.
Die Halbleiterproduktion, die Fertigung von Leiterplatten und der Betrieb von Rechenzentren sind äußerst energieintensiv. Höhere Strom- und Transportkosten würden sich daher entlang der gesamten Lieferkette bemerkbar machen.
Gleichzeitig würden Luft- und Seefracht teurer, insbesondere wenn Reedereien den Suezkanal meiden oder Versicherungsprämien für Transporte erheblich steigen.
Ein weiterer Faktor ist die Logistik. Bereits die Angriffe auf Handelsschiffe im Roten Meer haben gezeigt, dass viele Schiffe den langen Weg um das Kap der Guten Hoffnung wählen.
Dadurch verlängern sich Transportzeiten zwischen Asien und Europa um ein bis drei Wochen. Für Hardwarehersteller bedeutet dies höhere Lagerkosten, längere Lieferzeiten und eine geringere Flexibilität bei der Versorgung europäischer Kunden.
Auch die Rohstoffmärkte könnten betroffen sein: Viele Metalle und chemische Vorprodukte für die Elektronikindustrie werden zwar nicht direkt im Nahen Osten gewonnen, ihre Verarbeitung und der weltweite Transport hängen jedoch von stabilen Energie- und Logistikmärkten ab.
Steigende Energiepreise verteuern daher auch die Produktion von Aluminiumgehäusen, Kupferkomponenten oder Kunststoffen für Hardware.
Digitale Anforderungen, Freigaben, Verleih und Inventarisierung in einem System.
In geopolitisch unsicheren Zeiten investieren Unternehmen häufig vorsichtiger und bauen gleichzeitig größere Sicherheitsbestände auf.
Hardwarehersteller und Distributoren könnten deshalb Lagerbestände erhöhen, um Lieferengpässe zu vermeiden. Kurzfristig führt dies häufig zu einer stärkeren Nachfrage und damit zu steigenden Preisen.
Für Unternehmen im Bereich IT-Beschaffung ergeben sich daraus mehrere Risiken:
Ein leistungsfähiges IT-Asset-Management bildet die Grundlage für eine widerstandsfähige Beschaffungsstrategie.
Unternehmen, die ihre Hardwarebestände, Lebenszyklen, Garantien und geplanten Ersatzbeschaffungen jederzeit transparent verwalten, können Investitionen frühzeitig planen und sind deutlich weniger von kurzfristigen Lieferengpässen oder Preissprüngen betroffen.
Gleichzeitig lassen sich ungenutzte Geräte identifizieren, Hardware intern umverteilen und die Nutzungsdauer vorhandener Systeme gezielt verlängern.
Dadurch sinkt der Druck, in Krisenzeiten zu ungünstigen Konditionen neue Hardware beschaffen zu müssen.
IT-Asset-Management wird damit vom reinen Verwaltungswerkzeug zu einem strategischen Instrument, das Versorgungssicherheit erhöht, Beschaffungsrisiken reduziert und Unternehmen widerstandsfähiger gegenüber geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten macht.
Sollte sich die Sicherheitslage im Nahen Osten weiter verschlechtern, ist vor allem mit moderat steigenden Hardwarepreisen und längeren Lieferzeiten zu rechnen.
Standardhardware wie Notebooks, PCs und Monitore dürfte weiterhin verfügbar bleiben, allerdings zu höheren Kosten. Kritischer könnten spezialisierte Server, Netzwerktechnik, GPUs und einzelne Enterprise-Komponenten werden, da diese ohnehin oft längere Beschaffungszeiten haben.
Im Vergleich dazu bleibt ein möglicher Konflikt um Taiwan das deutlich größere Risiko für den weltweiten Hardwaremarkt. Während Konflikte im Nahen Osten hauptsächlich Energieversorgung und Transportwege beeinflussen, könnte eine Eskalation um Taiwan die globale Halbleiterproduktion unmittelbar beeinträchtigen, wodurch mit erheblich gravierenderen Folgen für nahezu alle Hardwaresegmente zu rechnen sein wird.
Eine strategische IT-Beschaffung sollte daher neben Preis und technischer Leistung auch die Stabilität der Lieferkette berücksichtigen.
Dazu gehören eine frühzeitige Bedarfsplanung, der Aufbau angemessener Sicherheitsbestände für kritische Komponenten sowie die Zusammenarbeit mit mehreren Lieferanten und Distributoren. Insbesondere bei Servern, Netzwerktechnik und Spezialhardware kann eine rechtzeitige Beschaffung erhebliche Kosten und Verzögerungen vermeiden.
Ebenso wichtig ist ein professionelles IT-Asset- und Lifecycle-Management. Unternehmen, die jederzeit einen transparenten Überblick über ihre vorhandene Hardware, deren Nutzungsdauer und den geplanten Ersatzbedarf besitzen, können Beschaffungen langfristig planen und sind deutlich weniger anfällig für kurzfristige Marktverwerfungen.
Gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheit wird Transparenz über den eigenen Hardwarebestand damit zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
CTO
Herr van der Steeg ist bei der EntekSystems als Chief Technology Officer für alle Belange der Produktentwicklung und technischen Konzeption verantwortlich.
Kombiniert Hardware, Lizenzen, Verträge, Bestellungen und vieles mehr in einem System.
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