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Lagerverwaltung als Bestandteil der Inventarisierung

Wie kann eine Lagerverwaltung als Bestandteil der Inventarisierung meine Prozesse vereinfachen und wie hoch ist das Kosten- / Nutzen-Verhältnis?

Frank Kister
Frank Kister Veröffentlicht am 30.11.2021

Wer sich mit den Themen (IT-) Inventarisierung oder Asset Management beschäftigt, kommt unweigerlich auch mit den Themen Lager- und Bestandsverwaltung in Kontakt.

Aber wie kann eine Lagerverwaltung nun die Inventarisierung und das Tagesgeschäft vereinfachen? Was ist hierbei zu beachten und wie gestalte ich den Prozess am sinnvollsten?

Art der Gegenstände

Prinzipiell unterscheiden wir bei der Inventarisierung nach zwei Objektklassen:

Gruppe 1

Gegenstände, die einen festen Wert darstellen und eine hohe Relevanz für das Unternehmen bzw. die Organisation besitzen.

  • IT-Komponenten oder Infrastruktur
  • Gegenstände mit Wert über 400€
  • Gegenstände, die Bestandteil einer Versicherung sind
  • Gegenstände, die Prüfungsfristen unterliegen (z.B. DGUV V3)

Gruppe 2

Kleinteile und Materialien, die einen geringen Stückpreis besitzen und im einzelnen keine unmittelbar wichtige Einheit des Unternehmens darstellen.

  • Kleinteile / -Artikel
  • Verbrauchsmaterialien
  • Gegenstände unter 400€
    • Die Preisschwelle ist hierbei zum einen von den aktuellen GWG-Grenzen, aber auch von den individuellen Vorgaben des Unternehmens abhängig
    • So kann es z.B. sinnvoll sein auch Gegenstände zwischen 200 - 400€ in Gruppe 1 zu erfassen

Gerade für Gruppe 2 ist eine Lagerverwaltung ein sehr wichtiger Prozess.

Wer im IT-Umfeld unterwegs ist, denkt hier sofort an Netzteile, Headsets und USB-Sticks. Diese Artikel sind schnell bestellt, aber meist nicht vorrätig wenn man sie einmal braucht ;)

Welche Attribute werden erfasst?

Für eine funktionierende Lagerverwaltung müssen einige Basiswerte zu den Lagerartikeln erfasst werden. Dies dient zum einen dazu automatische Erinnerungen (siehe unten) zu ermöglichen, aber auch die Fachbereiche wie z.B. den Einkauf mit den notwendigen Informationen zu versorgen.

Artikel-Informationen

Ermöglicht die Auswahl des passenden Artikels für Einkauf und Ausgabe.

  • Bezeichnung / Name
    z.B. USB-Stick 8 GB

  • Beschreibung des Artikels
    z.B. USB 3.0 Stick 8 GB (schwarz)

  • Bestell- oder Artikelnummer
    z.B. 3786361245

  • (Optional) bevorzugter Lieferant
    z.B. Amazon

Bestände & Schwellwerte

Für die Unterstützung automatischer Prozesse und Kontextinformationen.

  • Lagerbestand
    Die aktuelle Anzahl der Artikel.

  • Meldebestand
    Die Anzahl, ab der eine Warn- bzw. Bedarfsmeldung ausgelöst wird.

  • Mindestbestellmenge
    Minimale Anzahl der Artikel, die beim erreichen des Meldebestands nachbestellt werden sollen.

  • Im Zulauf
    Die Anzahl der sich aktuell im Zulauf befindlichen Artikel (= bestellt und noch nicht eingetroffen).

Automatische Erinnerungen

Mithilfe der oben erfassten Schwellwerte in der Lagerwirtschaft lassen sich sehr leicht weitere automatische Prozesse wie z.B. die Erinnerung an knappe Lagerbestände implementieren.

Über den Meldebestand kann für jeden Lagerartikel individuell festgelegt werden, ab wann eine Benachrichtigung erfolgen soll. Diesen Werte sollte man - gerade im Hinblick auf teilweise lange Lieferzeiten - mit genügend Puffer versehen.

Die Benachrichtigung kann dabei z.B. direkt per E-Mail an den Einkauf oder noch besser ein Ticketsystem gesendet werden.

Inventarisierungs-Prozess

Nun gibt es natürlich einen wichtigen Punkt:

Der aktuelle Lagerbestand verändert sich nicht von alleine

An dieser Stelle sind Prozesse und eine gewisse Disziplin der Fachbereiche gefragt. Noch wichtiger ist hierbei aber, dass Ihre Inventarverwaltung den Prozess der Lager Zu- und Abgänge möglichst einfach macht.

Hierzu gibt es zwei Wege:

1. Scanner-Integration

Eine sehr elegante Möglichkeit ist es, direkt am Lagerplatz des Artikels zwei Barcodes bzw. Scancodes zu platzieren.

Ein Code für die Entnahme des Artikels, ein anderer Code für die Erhöhung des Lagerbestandes.

2. Wöchentliche Inventur

Als weitere Lösung ist auch die traditionelle regelmäßige Inventur möglich. Hierbei erfolgt z.B. auf wöchentlicher Basis ein Abgleich der Ist- und Soll-Bestände mit Ihrem Inventarsystem.

Natürlich besteht hier auch die Möglichkeit beide Verfahren zu kombinieren um die größtmögliche Verlässlichkeit der Bestandsdaten zu erreichen.

Von der Bestellung zum Lagerbestand

Im Punkt Workflows macht es Sinn auch immer den gesamten Lifecycle eines Objekts in einem Inventarsystem abzubilden. In diesem Fall von von der Bestellung eines Lagerartikels bis zur Einlagerung.

  • 1. (Nach-) Bestellung
    Ein Lagerartikel wird gemäß der Mindestbestellmenge beim Lieferanten geordert.

  • 2. Bestellungs-Eingang
    Die Bestellung trifft ein und wird auf Vollständigkeit geprüft. An dieser Stelle sollten auch Teil-Lieferungen unterstützt werden.

  • 3. Übergabe an das Lager
    Der eingegangene Artikel-Bestand wird in den Lagerbereich übernommen und damit der Bestand erhöht.

Dieser klassische dreistufige Workflow lässt sich in einem Inventarsystem mit Lagerverwaltung nahezu komplett digital geführt abbilden.

Alle Fachbereiche können direkt sehen wieviele Artikel sich noch im Zulauf befinden, ob die Bestellung bereits getätigt ist oder ob diese vollständig war.

Reporting

Mit der zentralen Datenerfassung bieten sich auch viele Reporting-Möglichkeiten. Zum einen wäre hier natürlich ein z.B. monatliches Reporting der aktuellen Lagerbestände für eine Inventur bzw. Budgetplanung möglich.

Durch Nutzung der Live-Erfassung per Barcode-Scan können zudem aber noch weitere Insights gesammelt werden. Das System kann beispielsweise berechnen wie oft der Meldebestand unterschritten wurde oder auch wie lange die durchschnittliche Lieferzeit der Artikel ist.

Fazit

Die Lagerverwaltung sollte ein fester Bestandteil der Inventarisierung sein. Denn auch fehlende Kleinstartikel und Verbrauchsmaterialien können sehr schnell wichtige Geschäftsprozesse zum Stillstand bringen.

Die Einsatzbereiche sind hierbei sehr universell zu betrachten: IT, Einkauf, aber auch Marketing, Vertrieb und Facility Management können von derartigen Funktionen sehr profitieren.

Frank Kister
Frank Kister Autor

Mitglied der Geschäftsleitung

Herr Kister ist bei uns für das gesamte Projektmanagement und den Bereich Sales sowie Finanzen zuständig.

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