Lizenzmanagement

Lizenzmanagement: OEM-Lizenzen und ihre besondere Bedeutung

In der Welt der Software spielt das Lizenzmanagement eine entscheidende Rolle. Insbesondere OEM (Original Equipment Manufacturer) Lizenzen nehmen eine besondere Stellung ein. Doch was sind OEM-Lizenzen und warum sind sie für Unternehmen so wichtig?

Alexander van der Steeg
Alexander van der Steeg Veröffentlicht am 28.05.2024

Auf den ersten Blick sind OEM-Lizenzen einfacher und günstiger für Unternehmen. Beim zweiten Blick müssen komplexe Lizenz-Modelle und aufwändige Verträge genauer beachtet und durch eine Inventarverwaltung jederzeit verfügbar sein.

Michael Kostka - CEO EntekSystems

💡 Was sind OEM-Lizenzen?

OEM-Lizenzen werden von Softwareherstellern an Original Equipment Manufacturers verkauft, die diese Software dann in ihre eigenen Produkte integrieren.

Diese Produkte können PCs, Laptops, Server, Drucker, Netzwerkgeräte und andere Hardware sein. Das bedeutet, dass die Software bereits vorinstalliert ist, wenn der Endkunde das Produkt erwirbt. Im Gegensatz dazu werden Retail-Lizenzen direkt an Endkunden verkauft.

Die besondere Bedeutung von OEM-Lizenzen

Unternehmen sollten strategisch überlegen, ob der Einsatz von gemischten Lizenz-Pools aus OEM- und klassischen Retail- oder Volumenlizenzen sinnvoll ist und in die IT-Landschaft passt.

Folgende Vorteile können je nach Einsatz, Ausmaß der Lizenz am Gesamtumfang und anderen Faktoren wirksam werden:

  • Kosteneffizienz: OEM-Lizenzen werden oft zu einem reduzierten Preis angeboten, da die Hersteller große Mengen kaufen. Dies ermöglicht es OEMs, ihre Produkte wettbewerbsfähig zu halten, ohne hohe Softwarekosten zu tragen.

  • Zeitersparnis: Indem Software bereits vorinstalliert ist, sparen Endbenutzer Zeit und Mühe bei der Installation. Dies ist besonders wichtig in Umgebungen, in denen viele Geräte gleichzeitig bereitgestellt werden müssen, wie beispielsweise in Unternehmen oder Bildungseinrichtungen.

  • Kompatibilität und Integration: OEM-Lizenzen werden in der Regel so konzipiert, dass sie nahtlos mit der Hardware funktionieren, auf der sie installiert sind. Dies minimiert potenzielle Kompatibilitätsprobleme und verbessert die Gesamtleistung des Systems.

  • Kundenerfahrung: Eine reibungslose Inbetriebnahme und Nutzung von Software trägt zur positiven Erfahrung der Endbenutzer bei. OEM-Lizenzen tragen dazu bei, dass die Software von Anfang an optimal funktioniert, was die Kundenzufriedenheit erhöht.

  • Rechtliche Aspekte: Der Kauf von OEM-Lizenzen durch OEMs beinhaltet oft spezifische rechtliche Vereinbarungen zwischen dem Softwarehersteller und dem OEM. Diese Vereinbarungen regeln die Verwendung, Verteilung und Aktualisierung der Software und bieten rechtliche Sicherheit für alle Parteien.

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💣 Allgemeine Herausforderungen beim Umgang mit OEM-Lizenzen

Obwohl OEM-Lizenzen viele Vorteile bieten, gibt es auch einige Herausforderungen, die gerade Unternehmen beachten sollten:

  • Überwachung und Compliance: Es kann schwierig sein, den Überblick über OEM-Lizenzen zu behalten, insbesondere in großen Organisationen mit vielen Geräten. Eine effektive Lizenzmanagement-Software kann dabei helfen, die Compliance sicherzustellen und potenzielle Risiken zu minimieren.

  • Aktualisierungen und Upgrades: OEM-Lizenzen können Einschränkungen bei Updates und Upgrades haben, da diese oft von den OEMs verwaltet werden. Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Systeme stets auf dem neuesten Stand sind, ohne gegen Lizenzvereinbarungen zu verstoßen.

  • Transparenz und Vertragsmanagement: Klare Vereinbarungen und eine transparente Kommunikation zwischen OEMs und Softwareherstellern sind entscheidend, um Missverständnisse zu vermeiden und sicherzustellen, dass alle Parteien die Bedingungen der Lizenzvereinbarungen verstehen.

🤝 Abhängigkeit von OEM-Partnern

Unternehmen, die OEM-Software nutzen, sind oft stark von ihren OEM-Partnern abhängig. Änderungen in der Produktstrategie oder im Supportangebot des OEMs können sich direkt auf die Verfügbarkeit und den Support der OEM-Software auswirken.

🔥 Einschränkungen bei der Lizenzierung und Nutzung

OEM-Software unterliegt oft spezifischen Lizenzvereinbarungen, die die Nutzung der Software auf die Hardware des OEMs beschränken. Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie die Lizenzbedingungen einhalten, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden.

💿 Kein Re-Imaging bei Windows OEM Lizenzen

Eines der bekanntesten Beispiele hierfür ist das fehlende Re-Imaging Recht bei Windows OEM Lizenzen. In vielen Unternehmen bestehen eigene Vorgaben hinsichtlich der Systemkonfiguration und vorinstallierter Software, weshalb die meisten OEM Systeme für den Einsatz schlichtweg untauglich sind. Um nicht jedes Gerät manuell neu installieren zu müssen, setzt man hier häufig auf das Imaging.

D.h. es wird ein System per Windows CD / USB-Stick komplett neu installiert und als Basisimage für das Klonen auf mehrere andere / neue Geräte genutzt.

💻 Eingeschränktes Virtualisierungsrecht

OEM Lizenzen sind im Normalfall Hardware-gebunden. Im Falle von Microsoft Windows & Office Lizenzen, die per OEM bezogen wurden, besteht allerdings in den Nutzungsvereinbarungen die Möglichkeit eine Installation auch in einer lokalen virtuellen Maschine zu betreiben.

Es könnte somit auf einem Linux oder macOS System eine lokale Windows VM betrieben und per OEM Lizenz aktiviert werden.

Potenzielle Sicherheitsrisiken

Da OEM-Software oft in großen Mengen vorinstalliert wird, besteht das Risiko, dass Sicherheitslücken in der Software übersehen werden oder dass vorinstallierte Software bloatware oder sogar Malware enthält. Unternehmen müssen daher sicherstellen, dass OEM-Software regelmäßig auf Sicherheitsprobleme überprüft wird.

👎 Schwierigkeiten beim Support und der Wartung

Der Support und die Wartung von OEM-Software können komplex sein, insbesondere wenn mehrere OEMs oder Drittanbieter involviert sind. Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie klare Supportvereinbarungen mit ihren OEM-Partnern treffen und über entsprechende Ressourcen verfügen, um Supportanfragen effektiv zu bearbeiten.

📃 Fazit - OEM-Lizenzen passen nicht für jeden, können aber die nötige Einsparung mit sich bringen

OEM-Lizenzen sind eine attraktive Option für Unternehmen, die auf der Suche nach Kosteneinsparungen sind und von den Vorteilen der Vorinstallation und Integration profitieren möchten.

Sie bieten eine Möglichkeit, Software zu einem reduzierten Preis zu erwerben und gleichzeitig Zeit und Ressourcen bei der Installation und Konfiguration zu sparen.

Unternehmen müssen sicherstellen, dass Sie die Bedingungen der Lizenzvereinbarungen verstehen und einhalten können, und dass die OEM-Software ihren spezifischen Anforderungen entspricht.

Darüber hinaus sollten Sie die potenziellen Risiken im Zusammenhang mit OEM-Lizenzen, wie etwa eingeschränkte Flexibilität und Abhängigkeit von OEM-Partnern, sorgfältig abwägen.

Alexander van der Steeg
Alexander van der Steeg Autor

CTO

Herr van der Steeg ist bei der EntekSystems als Chief Technology Officer für alle Belange der Produktentwicklung und technischen Konzeption verantwortlich.

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